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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Schlafstörungen
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 Betreff des Beitrags: Schlafstörungen
BeitragVerfasst: 14.06.17, 10:46 
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DMF-Mitglied

Registriert: 07.01.12, 11:14
Beiträge: 35
Guten Tag Herr Dr. Fischer,
Ich bin postmenopausal mit 62 Jahren, nehme seit vielen Jahren Utrogest und Gynokadingel gegen die massiven Schlafstörungen. Ich experimentiere erfolglos mit der Dosis und weiß nicht mehr weiter.
Meine Frauenärztin hat mir mal für einen Monat Presomen compositum O,3\ 5 mg oder 0,6\ 5 mg verschrieben. Das Mittel ist ja sehr umstritten und ich weiß nicht, ob ich es versuchen soll. Es wird ja auch gefährlich mit 62 noch mit dem Hormon zu beginnen.
Können Sie mir einen Rat geben? Oder kennen Sie eine Alternative?
Danke
Marie


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlafstörungen
BeitragVerfasst: 15.06.17, 07:16 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10595
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
wenn diese Schlafstörungen tatsächlich hormonell bedingt sein sollten-was ja nicht immer der Fall ist- helfen Hormone schon sehr gut. Hierbei spielt es eigentlich keine Rolle, welches Präparat man nimmt.
Alle HRT-Medikamente sind seit diesen umstrittenen Studien aus den Jahren 2004 im Gerede- völlig zu Unrecht. Sie können es also durchaus mit Pre.... versuchen ( 0,6/ 5 mg).
Alternativ hat sich auch Melatonin ( Dosierung zwischen 1-3 mg ) bewährt. In Betracht käme evtl. auch L-Tryptophan.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlafstörungen
BeitragVerfasst: 17.06.17, 10:40 
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DMF-Mitglied

Registriert: 07.01.12, 11:14
Beiträge: 35
Hallo Herr Dr. Fischer!
Danke für Ihre Antwort.
Ich nehme Utrogest und Gynokadingel nun seit sicher 10 Jahren. Kann es sein, dass sich die Wirkung nach so langer Zeit abnutzt und etwas anderes ausprobiert werden könnte??

Presomen habe ich immer noch nicht ausprobiert. Ich befürchte, dass das Mittel mir vielleicht auch nicht hilft und ich es absetzen muss. Für diesen Fall möchte ich Sie fragen, ob ich es einfach absetzen kann, ohne die Monatspackung aufgebraucht zu haben. Ich befürchte für diesen Fall eine Blutung, zumal im ersten Zyklus ja nur Östrogen genommen wird. Dadurch baut sich die Schleimhaut doch auf.

Marie


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlafstörungen
BeitragVerfasst: 17.06.17, 14:15 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10595
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
die Wirkung nützt sich nicht ab, eine Umstellung auf ein anderes Präparat würde keinen Vorteil bringen. Eine angebrochene Packung kann ohne Probleme beendet werden, dies gilt aber nur bei kombiniert-kontinuierlichen Präparaten, nicht bei Sequenzpräparaten, wie sie ja für jüngere Frauen, die noch im KLimakterium sind, verwendet werden. Sie scheinen aber ein zyklisch Östrogen/Gestagen-Presomen zu haben ( nenne ausnahmsweise entgegen der Mediquette den Handelsnamen!), so ein Sequenzpräparat können Sie in der Tat nicht mitten in der Packung absetzen und wäre für Sie sowieso absolut untauglich, Sie wollen ja nicht mehr bluten. So ein Sequenzpräparat ist für postmenopausale Patientinnen völlig ungeeignet auf Grund der dann zwangsweise resultierenden Hormonentzugsblutungen. Das sollte ein Facharzt unbedingt wissen.
Sie benötigen zu jedem Östrogen das Gestagen, das gibt es bei Presomen auch und nennt sich Presomen Conti. Presomen comp. ist ein zyklisches Präparat und wenn Sie unter Ihrem Gel plus Progesteron keine Besserung verspüren, bringt ein Wechsel auch nichts.

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Grüße Dr. Fischer
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 Betreff des Beitrags: Re: Schlafstörungen
BeitragVerfasst: 17.06.17, 17:50 
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DMF-Mitglied

Registriert: 07.01.12, 11:14
Beiträge: 35
Hallo Herr Dr. Fischer,
Vielen Dank für die ausführliche plausible Erklärung. Ich bin schockiert über das ungeeignete Medikament, das ja geradezu fahrlässig verschrieben wurde. Ich brauche auf jeden Fall Presomen conti und bin froh, dass ich das andere noch nicht ausprobiert habe.

Utrogest und Gynokadingel habe ich schon in verschiedenen Dosierungen ausprobiert: 1 HUB/2 U. Oder 1/2 Hub / 1 oder auch 2 U. Dabei habe ich auch verschiedene Körperstellen berücksichtigt. Es klappt mal für 1 oder 2 Nächte, die schlaflosen Nächte überwiegen aber. Gar keine Hormone bedeutet absolute Schlaflosigkeit und Hitzewallungen.
Mach ich da etwas falsch?
Von einem anderen Präparat, das keine Optionen in der Dosierung zulässt, versprach ich mir mehr Stabilität.
Im Augenblick weiß ich keinen Rat, zumal die Schlafprobleme ziemlich zermürbend sind.
Grüße
Marie


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 Betreff des Beitrags: Re: Schlafstörungen
BeitragVerfasst: 18.06.17, 06:41 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10595
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
dass Sie auch Hitzewallungen haben, ist an keiner Stelle bisher erwähnt. Das spricht ja eindeutig für einen Östrogenmangel. Sie sollten in diesem Fall 2 mg Estradiol zu sich nehmen.
:arrow: mit Presomen kommen Sie nicht auf diese nötige Estradiolmenge
:arrow: mindestens 2 Hübe Gel nehmen, das entspricht 1,5 mg Estradiol
:arrow: wenn das immer noch nicht reicht, aber schon eine Besserung eingetreten ist, auf 3 Hübe = 2,25 mg erhöhen.
:arrow: Utrogest am bestens abend in die Scheide einlegen, orale Gabe ist weniger gut.
:arrow: auch an die transdermale Gabe mit Hormonpflaster sollte man denken - es gibt sie nämlich auch in kombiniert-kontinuierlicher Form, auf diese Weise umgehen Sie die Leberpassage und müssen Utrogest nicht anwenden, da im Pflaster bereits ein Gestagen enthalten ist.

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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