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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Wo sind die guten Ärzte?
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 Betreff des Beitrags: Re: Wo sind die guten Ärzte?
BeitragVerfasst: 09.10.16, 15:43 
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Registriert: 09.10.16, 15:35
Beiträge: 7
Alternativ können Sie auch chinesische Medizin und chinesische Ärzte versuchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wo sind die guten Ärzte?
BeitragVerfasst: 11.04.17, 18:03 
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Registriert: 11.04.17, 17:18
Beiträge: 2
Ich habe selbst verschiedene Erfahrungen mit Ärzten gemacht.
Im Dialekt gibt es bei uns den Ausdruck „Fachtrotteln“ für Berufsgruppen, welche eher linear und ohne Kursabweichungen, starr in Schablonen gepresst denken.
Von einem Mediziner erwarte ich mir logisches, zusammenhängendes und offenes Denken, ohne geistigen Fragenkatalog vor Augen, denn zur Diagnosestellung gehören nicht nur Symptomlisten, Diagnoserichtlinien und medizinische Untersuchungen, welche man nach vielen Jahren auch schon im Halbschlaf aufzählen könnte. Ein guter Diagnostiker ist für mich unweigerlich auch ein sehr interessierter Arzt, der alle Komponente betrachtet und wie ein Schachspieler ein paar Mal um die Ecke bzw. voraus denkt. Nur so können Sachverhalte, Diagnosen, Beschwerden etc. richtig zusammengesetzt und in weiterer Folge behandelt werden.

Dabei fällt mir gleich ein, dass ich wohl mit einer schweren Medikamentenvergiftung auf der Intensivstation gelandet wäre, da mir der HNO Arzt damals ein Medikament gab, welches den Spiegel meines Langzeitmedikaments in die Höhe treibt. Hätte ich mir den Beipacktext nicht durchgelesen, hätte ich es ohne Bedenken genommen.
Hierbei wurde nur linear gedacht, in ganz geraden Bahnen. Anstatt Fächerübergreifend und kurz in den Computer schauend.
Denn ja, es lag eine Liste meiner Medikamente auf, die ich regelmäßig nahm.

Auch mein Kind wäre schon zu größerem Schaden gekommen. Hätte ich als Mutter nicht mitgedacht und hinterfragt und hätte ich dem Arzt „blind“ vertraut, hätte es damals die dreifache Dosis des Antibiotika bekommen und weiß Gott wohin das geführt hätte.

Dabei spielt sicher der Zeitmangel eine Rolle. Die wenigsten Ärzte nehmen sich noch so ausreichend Zeit für den Patienten um alle relevanten – für die Diagnosestellung wichtigen – Fakten einzuholen. Meistens bleibt hierbei die Psyche auf der Strecke (wobei ja jeder weiß dass die Psychosomatik ein eigenes großes Kapitel in der Medizin darstellt, welches bei richtigem Stellenwert so manche Pillen und Schläuche ersparen würde – doch seelische Leiden zu hinterfragen dauert länger als 5 Minuten!)
Auch die Überarbeitung macht sich bemerkbar. Manchen Ärzten schildert man zwei Symptome und man bekommt schon ein Rezept, gepaart mit einem desinteressiertem Gesicht, obwohl man eigentlich noch 3 weitere durchaus relevante Symptome schildern wollte. Dabei hat man als Patient nicht selten das Gefühl, dass man nun sanft aus der Praxis bugsiert wird, da nach 5 Minuten eben schon der nächste draußen wartet.

Keine Frage – der Beruf erfordert viel Wochenstunden und mitunter auch stressreiche Dienste in Krankenhäusern. Aber das Studium hat man sich ja ausgesucht, oder nicht? Stattdessen gehen die Wogen bei vielen hoch wenn Themen wie „Arbeitsstunden oder Verdienst“ angesprochen werden.
„Zu wenig Verdienst“
„Zuviel Wochenstunden“
„Nicht Familienfreundlich“
„Nachtdienste und Stress“

Ich kenne einige Ärzte, und jeder von diesen ist unzufrieden und nörglerisch was die berufliche Situation anbelangt. Auf die Frage „Würdest du wieder Medizin studieren, wenn du nochmal könntest?“ kommt meistens ein entschiedenes „Nein“. Meistens wegen den oben genannten Gründen.

Letztendlich gibt es auch im Studium genug Studenten, die das Studium einfach durchziehen, egal ob interessiert oder desinteressiert.
Mit stoischem, sturem, aspergerähnlichem linearen Intellekt kann man alles lernen was man sich vornimmt. Ob Jus, Medizin oder 10 Sprachen parallel zueinander oder, oder.
Ob man aber mit dem Herzen bei der Sache ist, ist eine andere Frage, und genau das ist der springende Punkt.
Wenn man schon einige Semester eine Studienrichtung studiert hat und dann kein Interesse mehr daran hat, dann überlegt man sich mitunter auch dreimal ob man das Studium wechselt oder ob man es doch noch durchdrückt.

Das Wort Hypochonder jedoch ist mit Vorsicht zu genießen.
Hypochonder sind Menschen, welche unter Krankheitsängsten enorm leiden, obwohl sich diese alle in Wohlgefallen auflösen da die Beschwerden unbegründet sind. Die Hypochondrie ist ein eigenes Krankheitsbild mit vielfältigen Ursachen und der Leidensdruck führt Betroffene nicht selten zu teuren Psychotherapeuten oder in Psychiatrien, auch weil sich andere psychische Erkrankungen dazugesellen. Depression, andere Ängste, etc. Der Leidensdruck kann so gewaltig sein, dass ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist.

Der Threadsteller jedoch stellt sich für mich als sehr kritisch hinterfragender Patient dar. (anscheinend stellen sich die meisten seiner Beschwerden als tatsächliche Krankheiten – welche von ärztl. Seite übersehen wurden - heraus, was bei Hypochondern ja eben nicht so ist), welcher sich/seinen Körper sehr achtet und liebt. Und JAA, das soll man! Jeder soll seinen Körper lieben!
Aufgrund dessen ist es nicht schlecht oder dreist, sondern im Gegenteil gut, zu hinterfragen, kritisch zu sein, und den Mund aufzumachen.
Beim eigenen Körper bitteschön, hat der Körperbesitzer ja wohl genauso viel mitzureden, wie der Arzt – der nie ein Gott in Weiß sein wird, sondern immer ein Mensch in Augenhöhe.
Das „belehrende“ oberschulartige, arrogante habe ich auch zum Teil auch erlebt. Solche Menschen meide ich, beruflich, wie auch privat.
Ein Arzt muss partnerschaftlich, offen und auf Augenhöhe mit dem Patienten kommunizieren, keiner ist höher und keiner ist tiefer, alle sind Menschen. Der Arzt verdient an einem, und der Patient geht wegen seinem, und nur seinem Körper hin, der Körper der das wichtigste im Leben ist, ohne den wir alle nicht leben könnten. Und dann bitte, ist es des Patienten Recht, eine adäquate Behandlung einzufordern, Leiden aufzuzählen und ernst genommen zu werden. Wenn ein Arzt beim zuhören (und damit meine ich nicht nur das physiologische hören ;), sondern auch das „hinhören“) scheitert, wie soll dieser dann ein guter Diagnostiker und Behandler sein?

Unten kam folgender Satz vor:
1. Warum sollte ausgerechnet im Bereich der Medizin nicht die übliche Mischung aus engagierten, kompetenten und desinteressierten oder persönlich ungeeigneten Menschen vorzutreffen sein?

Ich denke, in allen Berufen kann es engagierte, kompetente, desinteressierte oder ungeeignete Menschen geben, keine Frage.
Doch jeder Mensch auf Erden hat sein nacktes Leben, was ihm das wertvollste ist, und sobald es um Menschenleben geht, hat ein Mensch, welcher sich diesem annimmt um Leiden zu lindern, sich keinen einzigen Fehler wegen Desinteresse oder Inkompetenz zu erlauben.
Ungeeignete und desinteressierte Menschen (welche es wohl leider hie und da gibt), haben in diesem Berufsfeld nichts zu suchen. Und nicht nur in diesem, sondern in keinem, bei dem man durch mitunter kleine Fehler, großen Schaden an Mensch oder Tier anrichten kann.
Das erwarte und verlange ich als Patient zu 100 %.

Ich kann nur jedem raten:
Bewusster und aufmerksam leben, dem eigenen Körper Vertrauen schenken, denn jeder Körper sendet Signale wenn etwas ernsthaft nicht stimmt, und jeder Mensch trägt die Fähigkeit in sich, diese zu erkennen.
Selbstbewusst sein und selbstsicher auftreten, den Mund aufmachen, sein Recht einfordern, denn das darf man, als Mensch der ins Gesundheitssystem einzahlt und wenn es um den eigenen Körper geht!
Und das wichtigste: Mitdenken, hinterfragen, kritisch sein, aufpassen, auf seinen Bauch hören, und nicht alles „schlucken“ (nicht nur wortwörtlich gemeint in Form von Medikamenten ;) ) was jemand anderer vorgibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wo sind die guten Ärzte?
BeitragVerfasst: 21.11.17, 07:51 
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Interessierter

Registriert: 01.11.17, 21:14
Beiträge: 17
Witzig wie sich manche gleich angeätzt fühlen, weil jemand die Qualität der Arbeit der Ärzte in Frage stellt. Wer sich nicht angesprochen fühlt könnte ja drüber stehen und müsste nicht so bissig reagieren, oder? Also ist wohl doch ein Fünkchen Wahrheit dran :wink:

Nein, mal im Ernst: ich habe leider die selbe Erfahrung gemacht und nicht nur einmal.
Beispiel: bei mir hat es weit mehr als 5 Ärzte und ganze 6 Jahre gebraucht um mein Rheuma zu diagnostizieren und damit bin ich längst kein Einzelfall. Dass ich in dieser Zeit bleibende Schäden am Bewegungsapparat davon getragen habe könnte wohl unerwähnt bleiben, schreibe ich der Vollständigkeit halber aber mal dazu. Achja und mein Hashimoto zu diagnostizieren hat knapp 10 Jahre gebraucht. Ich habe in der Zeit sehr gelitten, da man, wie so oft, nur nach TSH eingestellt hat.
Ich habe dadurch im Prinzip 11 Jahre meines Lebens "verloren". Soll man als Patient etwa einfach darüber hinwegsehen und den Mund halten? Können Sie alle ja gerne tun, ich NICHT!
Wenn Ärzte mich behandeln wie einen unmündigen Deppen und mich noch dazu in die Psychoschiene schieben, nur weil sie nicht weiter wissen, dann behandle ich Ärzte eben als das was sie heutzutage ja leider nur noch zu sein scheinen: Dienstleister - sagt mir einer nicht zu wechsele ich einfach und suche mir einen neuen, gibt ja genug!


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